Weg von Klischees

20.11.2019

Porträt Sybil Ehrensberger

 

Dieses Interview ist erschienen im Ergon Magazin SMART insights 2019. Das vollständige Magazin erhalten Sie hier.

Frauen sind in der IT eher unterrepräsentiert. Was genau spricht eigentlich dagegen, dass Frauen programmieren? Woher kommen die Vorurteile? Sybil Ehrensberger, leidenschaftliche Softwareingenieurin, möchte dem entgegenwirken und engagiert sich in der Talentförderung, unter anderem bei den Django Girls.

Wer sind die Django Girls?

Das ist eine globale Organisation mit lokalen Vertretungen, die Programmier-Workshops für Frauen durchführen. Damit sie einen Einblick in die IT bekommen.

Nur für Frauen?

Ja, es geht darum, Berührungsängste abzubauen und mit dem Klischee «Mathe ist Jungssache und Sprachen sind Frauensache» aufzuräumen. Es kommen auch nicht nur junge Mädchen. Wir haben ein breites Altersspektrum von 16 bis 60 Jahren dabei. Und es ist wirklich schön, zu sehen, wie viel Spass sie daran haben, und natürlich noch schöner, wenn letztendlich eine davon dranbleibt und sich auch zukünftig weiter mit dem Thema beschäftigt.

Wie bist du dazu gekommen?

Angefangen hat das schon bei meinem letzten Job. Django ist ein Web Framework zum Programmieren, das ich in meinem letzten Job gebraucht und auch in meinem LinkedIn-Profil so erwähnt habe. Die Organisatorin eines Workshops fand mich auf LinkedIn und sah das und fragte mich dann, ob ich nicht als Coach beim Workshop in Bern mitmachen möchte. Das habe ich getan. Es hat mir gut gefallen und seitdem habe ich als Coach mitgemacht und auch mit organisiert.

Sicher ein aufwendiges Hobby, nicht? Warum machst du das?

Ich finde, die IT verträgt schon noch ein paar Frauen mehr. Wäre doch schön, wenn nicht immer nur ich die einzige Frau im Team und in den Meetings wäre. Ausserdem gibt es eine Menge Studien, die besagen, dass grössere Diversität im Team, nicht nur auf Frauen bezogen, besser ist. Als ich zu Ergon kam, war ich eben die erste Frau im Team. Das veränderte die Teamdynamik, sagten meine Kollegen. Also zum Besseren, hoffe ich natürlich. Sie sagten das zumindest. (lacht)

Und die Organisation der Events nimmt doch sicher viel Zeit in Anspruch?

Ja, das schon. Aber mit einem guten OK-Team macht es auch Spass. Und es ist auch eine schöne Community mit den Coaches. Der Austausch macht grossen Spass, man kann sich auch mal über technische Fragen unterhalten und lernt so auch immer wieder dazu.

Unterstützt dich Ergon dabei?

Die Organisation und die Durchführung sind mein privates Engagement, aber Ergon war schon zweimal Location-Sponsor und unterstützt die Django Girls finanziell. Ergon bietet ja auch selbst viel im Bereich Nachwuchsförderung an, hier bin ich auch mit involviert in der Planung und der Durchführung von Schnuppertagen, Programmierworkshops und so.

Seit wann bist du bei Ergon und warum?

Ich bin seit 2 Jahren hier, ein früherer Arbeitskollege hat mir die Firma wärmstens empfohlen.

Hatte er recht?

(lacht) Ja, also bis jetzt habe ich es nicht bereut. Mir gefällt die Arbeit sehr, man arbeitet eng mit dem Kunden zusammen und hat auch einen wirklichen Impact. Ich bin aktuell im VIAC-Projekt und ich muss schon sagen, es macht mich stolz, sagen zu können, «schau, da habe ich mitgemacht».

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